Hespenbusch-Pallast von 1985-2010
Rubrik statische Inhalte
Hespenbusch und Pallast sind kleine Dörfer, die mit den modernen Entwicklungen der Zeit gehen, dabei aber ihre ländliche Idylle und ihre Dorfgemeinschaft pflegen.
Es gibt Bewegung in der Einwohnerschaft. Aber die Einwohnerzahl hat sich durch Zu- und Wegzug von Leuten nicht wesentlich verändert. Das Schöne ist, dass die Weggezogenen gerne zu Feierlichkeiten und Besuch wiederkommen, während die Neuzugezogenen sich in die Dorfgemeinschaft integriert und auch neue Ideen und Aktivitäten eingebracht haben.
Die Landwirte hier – wie überall anders auch – standen und stehen immer wieder vor der Entscheidung auszubauen und ihre Betriebe zu vergrößern oder ihren Hof als Haupteinkommensquelle aufzugeben. Aber die Landwirtschaft bleibt! Und es gibt vor allem motivierten und interessierten Nachwuchs im Dorf, der sie weiterführen will. Gegenseitige Hilfe im Dorf wird großgeschrieben – Maschinen werden geteilt, man hilft sich gegenseitig bei Problemen und Arbeiten. Und bei der gegenseitigen Unterstützung zeigt sich der Nachwuchs auch ganz groß.
Die Dorfgemeinschaft besteht aber nicht nur in der solidarischen Unterstützung bei Arbeiten, sondern wird auch nach Feierabend gepflegt! So ist infolge des letzten großen Dorffestes 1985 der schön angelegte und gemütliche Dorfplatz von Hespenbusch und Pallast entstanden. Der Platz wird von allen gemeinsam gepflegt. Hier finden regelmäßig Dorfaktivitäten aller Generationen statt, und es werden Feste gefeiert, darunter das alljährliche Maibaumsetzen, das Sommerfest und die Weihnachtsfeier.
Als der Dorfplatz mit einer Überdachung darauf gebaut wurde, äußerte ein Gastwirt aus der Nähe Kritik. Auch konnte er sich nicht vorstellen, dass die Leute aus Hespenbusch und Pallast diesen Platz langfristig pflegen und regelmäßig nutzen würden. So wettete er mit ihnen um ein Fass Bier, dass der Dorfplatz keine 10 Jahre intakt gehalten würde. Diese Wette hat er ganz eindeutig verloren und spendierte 10 Jahre später das Fass Bier – wieder ein Grund zum Feiern…
Was hat sich seit 1985 verändert?
Neubau und Unternehmen
- Die landwirtschaftlichen Betriebe haben sich verändert. Es sind Ställe angebaut worden, es gibt Photovoltaik-Anlagen auf Dächern (aber bislang steht noch keine der Biogasanlagen wie sie überall anders in der Gegend zu sehen sind).
- Früher gab es eine Feldscheune, die auch den Ursprung für den Ortsnamen Hespenbusch bildet. Sie ist abgebrannt. Sie stand fast gegenüber der Hünengräber an der Dorfstraße Am Gräberfeld.
- Jüngst ist eine Gasverdichtungsstation an der Moorbeker Straße entstanden.
- Am Gelände des Araber-Gestüts Nagel ist eine Putenbrüterei gebaut worden, die mittlerweile von Moorgut Katzfehn betrieben wird.
- Das „Reitvergnügen in Hespenbusch“ bietet bei Spaß und Spiel auch heilpädagogisches Reiten an
- Der Familienbetrieb „Zimmerei Melle“ arbeitet erfolgreich und hat sich seit seiner Gründung 2001 stetig vergrößert
- Melle-Software bietet Web-Design an
- Die Agentur Matthias Griesbach bietet Internet-Service und Programmierung an
- Auf dem Hof Buchholz gibt es ein Gartencafé sowie Ferienwohnungen. In Direktvermarktung gibt es hier auch Kuchen, Brot, Fleischwaren, Honig und Marmeladen aus eigener Herstellung und aus dem Zukauf von anderen Hofläden in der Nähe
- Auch Wohnhäuser und Anbauten sind neu entstanden. So der eine oder andere Altenteiler auf landwirtschaftlichen Betrieben oder der Neubau eines Wohnhauses anstelle eines alten sehr baufälligen Hauses
Flurbereinigung 1979-2004
Die Flurbereinigung war schon vor 1985 im Gange. Jedoch die konkrete Umsetzung der Planungen und Landumverteilungen wurden erst nach 1985 umgesetzt.
- Sandwege sind gepflastert worden
- Ländereien wurden mit einem Punktesystem nach Bodenqualität und Fläche berechnet und umverteilt, um damit die Wirtschaftsflächen für die Landwirte günstiger zu legen
Die Landwirte hatten ein Mitspracherecht bei dieser Umverteilung. Dass es hier immer allgemein begehrtere Felder gab, die mehrere gleichzeitig gerne gehabt hätten ist leicht vorstellbar.
In Hespenbusch und Pallast setzten sich alle an einen Tisch, um gemeinsam über eine sinnvolle und gerechte Neuverteilung der Ländereien zu reden und sich vorab zu einigen. Als sie ihren daraus entstandenen Plan beim Amt einreichten, staunte der Sachbearbeiter sehr, dass sich das Dorf so friedlich und gemeinschaftlich geeinigt hatte und einen fertigen Plan überreichen konnte.
Autorin: Angela Melle*
*Ich bin zwar in Hespenbusch aufgewachsen, aber schon vor über 20 Jahren dort weggezogen. Sollte ich etwas vergessen oder nicht ganz richtig beschrieben haben, möge man es mir verzeihen.
